Peter Stolz (1934-2013)

Peter Stolz

 

In seinem 79. Lebensjahr ist unser alter Schachfreund Peter Stolz nach längerer Krankheit am 6. Oktober 2013 verstorben.

 

Fast 30 Jahre lang haben wir zusammen Schach gespielt, Peter nahm 1984 erstmals an der Stadtmeisterschaft teil. Es dauerte aber noch weitere 8 Jahre, bis er Mitglied bei uns wurde. Zusammen mit seinem Sohn Stephan, der ein ausgezeichneter Jugendspieler war, spielte er damals für den Schachverein Frechen, der in den 80er Jahren eine sehr erfolgreiche Jugendarbeit leistete. Sein Sohn war damals Mitglied der Mannschaft, die die NRW Jugendmeisterschaft gewann und auch bei der Deutschen Meisterschaft vorne mitspielte. Das wollte Peter auf jeden Fall so weit wie möglich begleiten und unterstützen.

 

In den 90er Jahren spielten dann Vater und Sohn für unseren Verein. Peter wirkte stets ruhig und besonnen, in Blitzpartien herrschte oft Alarmstufe eins, wenn er mit zwei Springern herumwirbelte. Aber Peter war eigentlich nie so ein intensiver Vereinsmensch, er zog es meistens vor, sich zu Hause mit Schach zu beschäftigen. Das allerdings recht intensiv. Er spielte recht erfolgreich Fernschach, und er war, glaube ich, zumindest in unserer Altersklasse der erste, der sich richtig gut mit den damals aufkommenden Schachcomputern auskannte. Manche Information und Instruktionen über den Umgang mit Fritz-Geräten, und insbesondere mit Chessbase, verdankte ich ihm. Er besaß auch damals schon umfangreiche Datenbanken zu verschiedenen Eröffnungen, heute alles eine Selbstverständlichkeit, aber vor 20 Jahren alles Neuland – Peter kannte sich damit aus und half gerne, manch Stunde haben wir da an seinem Computer verbracht.

 

Gerne fuhr Peter Stolz auch mal zu auswärtigen Turnieren, am liebsten zusammen mit seinem Sohn Stephan nach Bad Wiessee, wo ihm auch der wohl größte Erfolg seiner Schachkarriere gelang, ein hart erkämpftes Remis gegen den starken FM Ingo Cordts. Aber auch an Seniorenturnieren nahm er gelegentlich teil, im Jahre 2008 waren wir gemeinsam bei der Seniorenweltmeisterschaft in Bad Zwischenahn dabei. Meines Wissens war das auch das letzte Turnier, an dem er teilnahm. Danach zog Peter sich mehr und mehr zurück, obwohl er immer noch über das Internet verfolgte, wie die Erftstädter Mannschaften abschnitten, und bei gelegentlichen Gesprächen meinte er so etwa sinngemäß:

…wir müssten auch noch mal wieder ….

 

Aber dabei ist es dann letztlich geblieben, und dann war es eines Tages zu spät. Peter Stolz war sicher vielen im Verein relativ fremd, aber wer ihn kannte, weiß, dass er einer der engagiertesten Spieler war, Schach war wirklich sein Hobby. Wer ihn in seiner aktiven Phase kannte, wird ihn sicher in guter Erinnerung behalten.

 

Jochen Haupt

(In Zusammenarbeit mit Werner Rost)