Erste nimmt einen Punkt aus Brauweiler mit

Die Voraussetzungen waren nicht schlecht, aber leider hat es nur zu einem Mannschaftspunkt in Brauweiler gereicht.

Das erste Mal in dieser Saison saß Andreas Harcke für das Team am Brett. Außerdem konnten mit Kay Grothues-Lay und Julian Spradley noch zwei Verstärkungen aus der zweiten Mannschaft rekrutiert werden. Allerdings konnten die Brauweiler auch aus dem Vollen schöpfen und brachten zum ersten Mal in dieser Spielzeit die ersten Acht an die Bretter. Ein Blick auf die DWZ der Spieler ließ auf einen spannenden Kampf hoffen.

Es kam zu folgenden Paarungen:

Br.Rangnr.SG Rochade Brauweiler 1-Rangnr.SV Erftstadt 1
1 1 Krauth, Alexander - 1 Berkle, Pascal
2 2 Roßberg, Robert - 3 Harcke, Andreas
3 3 Schmetzer, Benjamin - 4 Effer-Uhe, Daniel
4 4 Liethen, Alexander - 5 Vaerst, Joachim
5 5 Breske, Patrick - 6 Wagner, Matthias
6 6 Derijck, Matthias - 8 Hartmann, Valeri
7 7 Effertz, Josef - 10 Grothues-Lay, Kay
8 8 Schäfer, Andreas - 11 Spradley, Julian

Ganz schnell beendete Kay seine Partie durch einen Friedensschluss nach 11 Zügen gegen  Josef Effertz, da es insgesamt gut aussah. Andreas, Julian und Matthias standen besser bzw.deutlich angenehmer. Nur bei Daniel und Valeri konnten die Gastgeber hoffen. Bei Joachim und Pascal schien sich alles in der Remisbreite zu bewegen. 

Andreas konnte dann seinen Vorteil in einen Sieg ummünzen und etwas später Julian seinen Gegner zur Aufgabe bewegen. Allerdings verlor Matthias den Faden, da er in deutlich besserer Stellung die Chancen des Gegners unterschätzte und musste seine Partie verloren geben.Valeri konnte sich nicht befreien und ein Konzentrationsfehler sorgte dann für für den Rest. Ausgleich für Brauweiler. Daniel konnte sich in ein remislastiges Endspiel retten, wobei die Partie zwischendurch hin- und herschwankte. Nach beiderseits ausgelassenen Chancen endete die Parie gerecht mit einer Punkteteilung.

Pascal hatte in der Zwischenzeit einen Bauern im Turm + Springer-Endspiel weniger und es gab wenig Hoffnung. Joachims Partie  endete nach reichlichem strategischem Stellungskampf mit einer Punkteteilung, so dass wir auf Pascals Verteidigungskünste hoffen mussten. Sein Gegner fand nicht die beste Fortsetzung und trotz zäher Versuche des Gegners, die Partie mit dem einzig verbliebenen Bauern im Turmendspiel zu gewinnen, endete die Partie nach gut 6 Stunden mit einem Patt.

Insgesamt war vielleicht etwas mehr für uns drin, aber auch die Brauweiler Spieler liessen einige Chancen liegen. Am Ende konnte sich wohl keiner über die Punkteteilung beschweren.

Die Ergebnisse im Überblick:

Br.Rangnr.SG Rochade Brauweiler 1-Rangnr.SV Erftstadt 116:16
1 1 Krauth, Alexander - 1 Berkle, Pascal ½:½
2 2 Roßberg, Robert - 3 Harcke, Andreas 0:1
3 3 Schmetzer, Benjamin - 4 Effer-Uhe, Daniel ½:½
4 4 Liethen, Alexander - 5 Vaerst, Joachim ½:½
5 5 Breske, Patrick - 6 Wagner, Matthias 1:0
6 6 Derijck, Matthias - 8 Hartmann, Valeri 1:0
7 7 Effertz, Josef - 10 Grothues-Lay, Kay ½:½
8 8 Schäfer, Andreas - 11 Spradley, Julian 0:1

In der nächsten Runde hat die "Erste" die Wundertüte SG Porz zu Gast. Diese verlor überraschend deutlich gegen Longerich mit 13:19. Mit einem Sieg kann unser Flaggschiff dem Aufstieg ein ganzes Stück näher kommen, da es in der letzen Runde beim derzeitigen Vorletzten KKS IV zu Gast ist.

Noch grüsst Erftstadt I von der Tabellenspitze!

Pl.Mannschaft123456789Sp+=-MPBP
1 SV Erftstadt 1 ** 16,0   17,0 18,0 16,0 18,0   19,0 6 4 2 0 10 104.0
2 SG Rochade Brauweiler 1 16,0 ** 15,0   19,0 18,0 20,0 19,0   6 4 1 1 9 107.0
3 SG Porz 6   17,0 ** 16,0 19,0 13,0 20,0 20,0   6 4 1 1 9 105.0
4 SV Hürth-Berrenrath 1 15,0   16,0 ** 15,0 17,0   17,0 17,0 6 3 1 2 7 97.0
5 Brühler SK 4 14,0 13,0 13,0 17,0 **   17,0 14,0 16,0 7 2 1 4 5 104.0
6 SF Köln-Longerich 1 16,0 14,0 19,0 15,0   ** 14,0   17,0 6 2 1 3 5 95.0
7 Pulheimer SC 2 14,0 12,0 12,0   15,0 18,0 ** 12,0 17,0 7 2 0 5 4 100.0
8 Klub Kölner SF 4   13,0 12,0 15,0 18,0   20,0 ** 14,0 6 2 0 4 4 92.0
9 SK Sülz-Klettenberg 1 13,0     15,0 16,0 15,0 15,0 18,0 ** 6 1 1 4 3 92.0

SVE I - Pulheim II 5:3

Erste quält sich zum Sieg über Pulheim

Wo stehen denn die Pulheimer in der Tabelle? Ach ja, ganz da unten! Dann werden wir ja schnell fertig und können noch das Fußballspiel vom FC in Aue sehen … Wenn man mit einer solchen Einstellung in den Mannschaftskampf geht, dann sollte man sich nicht wundern, wenn alles ganz anders kommt.

Viel kann ich von den einzelnen Partien allerdings nicht berichten, ich hatte genug mit mir selbst zu tun.

Dabei fing es gar nicht mal so schlecht an. Valeri Hartmann baute, eigentlich wie immer, eine verzwickte Bauernstellung auf, in der er sich besser auskannte als sein Gegner. Und gewann sicher. Klaus Jödden führte ein komplexes Spiel zum Remis. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings schon abzusehen, dass Peter Kirst mit seinen zwei Minusbauern auf eine Niederlage zusteuerte, und so geschah es dann auch. Und es kam noch schlimmer: Zu unser aller Entsetzen geriet Pascal Berkle am Spitzenbrett in einen Mattangriff und musste die Waffen strecken. Damit ging Pulheim in Führung. Wer hätte das gedacht. Aber nun zeigte sich der Kampfgeist in unserem Team. Alle krempelten die Ärmel hoch, mir wurde untersagt, ein Remisangebot anzunehmen. Daniel Effer-Uhe quetschte aus einem Endspiel mit Mehrbauer gegen den erfahrenen Spieler Sabranski einen Sieg heraus – ganz im Stile Carlsens, der ja angeblich oft Wasser aus Fels quetscht. Ausgleich. Matthias Wagner liess einen Angriffssieg folgen. Hans-Bert Steinberger hat einen Lauf in dieser Saison: Nach einem Remis folgte eine Serie von Siegen, die er heute fortsetzen konnte. Damit war der Mannschaftskampf gewonnen!

Mir fiel ein Stein vom Herzen. Meine Partie lief noch, aber sie war bedeutungslos geworden. Gegen Hans-Joachim Hoeper, einem sehbehinderten Gegner, mussten die Züge angesagt werden. Zudem musste ich die gegnerischen Züge auf „meinem“ Brett ausführen. Oft drückt ich dabei versehentlich die Uhr, ist man es doch gewohnt nach jedem Zug die Uhr zu betätigen. Hoeper zeigte Verständnis für diese Missgeschicke. Auf dem Brett kam ich in einen schönen Angriff mit etwas Materialgewinn. Allerdings gelang ihm ein wirkungsvolles Gegenspiel. Er konnte meine Dame abfangen, verzichtete aber – fälschlicherweise? - darauf zu Gunsten eines aktiven Gegenspiels. Ich fühlte mich tot, auch wenn Fritz das nicht so pessimistisch sieht. Am Ende konnte ich mich aber stabilisieren und in ein glückliches Remis entkommen. Ich wies darauf hin, dass wir ja in einem katholischen Vereinsheim spielen – und die Katholiken wissen, dass ein Toter auch schon mal wieder zum Leben erweckt wurde – so wie ich diesmal.

Bleibt noch vom Fußballspiel des FC zu berichten: Es fiel aus wegen starken Schneefalls in Aue.

Werner Rost

Erste siegt knapp in Hürth – oder: Warum deutlich, wenn es auch spannend geht …

Eigentlich klar favorisiert fuhr unser Flaggschiff heute zum Mannschaftskampf nach Hürth, aber die Papierform ist das Eine und die Form am Brett das Andere. Gleich zu Beginn des Kampfes begann das Zittern. Warum das? Nun ja, Klaus Jödden wählte in der Eröffnung nach Meinung der meisten eine sehr zweifelhafte Variante und stand mindestens verdächtig. Aber das war nur der erste „Vorfall“. „Noch“ kreativer ging Peter Kirst seine Partie an. Statt mit einer guten Druckstellung und ggf. 1-2 möglichen Mehrbauern seine Partie in Ruhe zu Ende zu spielen, fand Peter wohl so ziemlich den einzigen Zug, der nicht nur sämtlichen Vorteil wegwarf, sondern obendrein noch eine Leichtfigur weniger zur Folge hatte. Die Aufgabe von Peter war schon nach gut einer Stunde die logische Folge. ( Spielstand: 0 – 1)

So weit, so schlecht! Aber es gab auch Licht … ganz, ganz weit entfernt … am Ende des Tunnels erschien die kleine Flamme eines Teelichts, welches aus irgendeinem der weithin bekannten schwedischen Möbelhäuser entkommen sein musste. Klaus‘ Gegner ließ unseren Mannschaftsführer entkommen und willigte nach Verlust des Vorteils und etwa 2 Stunden Spielzeit in eine Punkteteilung ein. ( Spielstand: 0,5 – 1,5)

Wer jetzt dachte, dass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind, hatte Recht! Dass aus dem anfangs kleinen Flämmchen jedoch doch noch ein größeres Flämmchen wurde, lag daran, dass Werner Rost diesmal nicht in der Gastgeberrolle (siehe Stadtmeisterschaft) war und ziemlich humorlos im Mittelspiel die gegnerische Dame fangen konnte. Kurz nach 13 Uhr konnte Werner dann auch gleich die Glückwünsche zum vollen Punkt entgegen nehmen. ( Spielstand: 1,5 – 1,5)

Es folgten Punkteteilungen von Daniel und Kay, die beide nicht den besten Tag erwischten. Während bei Daniel so ziemlich alles was nicht bei 3 auf den Bäumen war, schnell im Kästchen verschwand, verkeilten sich auf Kays Brett die Bauernketten. ( Spielstand: 2,5 – 2,5)

Das größere Flämmchen weitete sich nach dem Sieg von Hans-Bert sogar zu einem mittleren Lagerfeuer aus. Hans-Bert nutzte im Turmendspiel die Möglichkeit, die Türme zu tauschen und so seinen entfernten Freibauern zum Sieggaranten zu machen. ( Spielstand: 3,5 – 2,5)

Eigentlich sollte der Mannschaftssieg jetzt nur noch eine Frage der Zeit sein, da Pascal einen Mehrbauern und das bessere Spiel hatte. Aber wo wäre da die in der Überschrift angesprochene Spannung? Genau, gar nicht da. Ob jetzt für eine etwas knackigere Überschrift oder  - wohl wahrscheinlicher – aus dem Übersehen einer taktischen Abwicklung machte Pascal den Mannschaftskampf noch einmal spannend. Statt mit einem Mehrbauern auf Gewinn zu spielen, musste Pascal nun versuchen, mit zeitweise zwei Bauern weniger seine Haut so teuer zu Markte zu tragen wie möglich. Freundlich unterstützt wurde Pascal in seinen Bemühungen durch seinen Gegner, der bei der Bauernjagd seinen Läufer für 2 Bauern geben musste. Glücklicherweise hielten Pascals Nerven (etwas Stellungsglück gehörte wohl auch dazu) und nach knapp 5 Stunden konnte Pascal seinen Springer für den letzten - von ehemals vier –Freibauern geben und so die Punkteteilung sicherstellen. (Spielstand: 4 – 3)

Es blieb also an Matthias den Mannschaftssieg in trockene Tücher zu packen. Allerdings war seine Stellung auch derart in der Remisbreite, so dass jeder Versuch einer der beiden Seiten, auf Gewinn zu spielen, wahrscheinlich mit dem Verlust bestraft worden wäre. Das Freudenfeuer loderte! (Endstand: 4,5 – 3,5)

Der gemeine Fußballer würde jetzt irgendwas von "dreckiger Arbeitssieg", "Mund abputzen und die Punkte mitnehmen" von sich gegeben. Aber das wäre dem Verlauf des Mannschaftskampfes durchaus angemessen.

Weiter geht es für die Erste am 03.02. mit einem Heimspiel gegen Pulheim 2. Auch hier sollte die Papierform eindeutig zu Gunsten des Gastgebers ausschlagen, aber nach dem heutigen Tag wäre es sinnvoll, auch den Tabellenletzten ernst zu nehmen.

Wie der Kampf aus Berrenrather Sicht verlaufen ist, sieht man hier.

Kay Grothues-Lay

 

Wie Kay schon erwähnte: Die meisten - also wir Normalsterbliche - beurteilten Klaus' Stellung nach dem sechsten Zug als aufgabereif. Pascal dagegen widersprach: Diese Eröffnungsvariante sei durchaus spielbar. Und auch Klaus bestritt jeglichen Nachteil. Tja, wenn wir nur etwas mehr Ahnung vom Schach hätten ...

Pascals Partie erinnert jeden Mathematiker an eine Parabel: Sehr stark beginnend schwächelt er dann eine Zeit lang um danach wieder ungeahnte Höhen zu erklimmen. Faszinierend!

Werner Rost